Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://www.vilsbiburg.de

Text: Vilsbiburger Zeitung, 15.07.2010

Wilhelm Grässle ist am 13.07.2010 gestorben

Wilhelm Grässle

Leiser Chronist des Stadtlebens

Konrektor a. D. Wilhelm Grässle ist am Dienstag gestorben

Vilsbiburg. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Dienstag die Nachricht, dass Wilhelm Grässle, 62, seiner schweren Krankheit erlegen ist. 37 Jahre war er Lehrer und zuletzt Konrektor an der Realschule Vilsbiburg und hat mit seiner feinen menschlichen Art, gepaart mit großer Zielstrebigkeit und Zuverlässigkeit, ganze Schülergenerationen geprägt. Weit über die Schulfamilie hinaus bekannt wurde Grässle aber als Macher des „Vilsbiburger Journals“ – einer fast täglich wachsenden Chronik des Stadtlebens im Internet, die Grässle mit großem Einsatz und viel Begeisterung über mehr als ein Jahrzehnt geführt hat. Dafür wurde er vor fast genau einem Jahr mit der Bürgermedaille der Stadt Vilsbiburg geehrt.

 

Wilhelm Grässle, 1947 in Straubing geboren, stammte aus einer einfachen Familie. So führte sein Weg damals erst über die Realschule und dann zum Abitur, bevor er in München sechs Semester Lehramt für Realschulen studieren konnte. 1972 kam der junge Lehrer an die Realschule in dem ihm bis dahin unbekannten Vilsbiburg. Da ihm ein angenehmes, persönliches Umfeld wichtiger war als die persönliche Laufbahn, blieb er bis zu seinem Ruhestand an der gleichen Schule - und wurde trotzdem der zweite Mann an der Spitze. Es war ein sehr emotionaler Moment bei der Abschlussfeier an der Realschule vor einem Jahr, als Schüler, Eltern und Kollegen den scheidenden Konrektor Wilhelm Grässle mit stehenden Ovationen verabschiedeten. Grässle habe die Schule mit seiner Arbeit bereichert und ihr einen persönlichen Stempel aufgedrückt, sagte Schulleiter Klaus Herdl. So geht der rege Schüleraustausch mit der Partnerschule im italienischen Buja maßgeblich auf die Initiative des Konrektors zurück.

 

Zu Beginn des Computerzeitalters war Grässle von den neuen technischen Möglichkeiten fasziniert und brachte sich selbst Programmierkenntnisse bei. Später hat er entscheidend dazu beigetragen, dass seine Realschule Modellschule wurde bei der Einführung von Computern im Unterricht. Doch bei allen Tätigkeiten im Bereich der Verwaltung war Grässle eines immer besonders wichtig: Lehrer zu sein und nah an den Schülern dran zu bleiben.

 

Es war Wilhelm Grässle, der im März 1998 den Stadtrat überzeugt hatte, dass er mit einer EDV-Projektgruppe der Realschule Vilsbiburg die Homepage der Stadt aufbauen könnte. Neben einem gewaltigen Preisvorteil hat sich die damalige Zustimmung der Räte im Nachhinein als Glücksfall für Vilsbiburg erwiesen. Damit bekam die Stadt ein wertvolles Archiv an kommunaler Zeitgeschichte, das Vilsbiburger in aller Welt einsehen können. Das ist das besondere Vermächtnis von Wilhelm Grässle, der seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich dieses Stadtleben mit Worten und vielen Bildern dokumentiert hat. Das Konzept war so gut gelungen, dass Grässle und die Schülergruppe dafür mit dem VHS-Kulturpreis ausgezeichnet wurden. Gestartet war die Homepage mit 230 Seiten, zwischenzeitlich umfasst sie 10 000 Seiten mit fast 20 000 Bildern. Fast alle Beiträge der vergangenen zehn Jahre sind erhalten geblieben, ein kleiner Ausschnitt davon ist in dem zusammen mit Peter Barteit herausgegebenen Bildband „Vilsbiburg“ (Verlag Attenkofer) veröffentlicht.

 

Zuletzt teilte er sich die Arbeit mit Wolfgang Braumann von der Stadtverwaltung: Letzterer organisiert die offizielle Stadt-Homepage, Grässle füllte das „Vilsbiburger Journal“ mit Bildern und Texten von den großen und kleinen Ereignissen in der Stadt. Wenige Tage vor seinem Tod übergab er Braumann sein Bildarchiv mit der Bitte, es in seinem Sinne fortzuführen.

 

Er habe durch dieses Tun seine zweite Heimat erst kennen- und die Attraktivität und Vitalität der Stadt schätzen gelernt, sagte er einmal. Der erste Schritt dazu war seine Arbeit als Stadtrat, die er eine Periode lang in der SPD-Fraktion ausgeübt hat – wie immer mit vollem Einsatz und dem Ziel, etwas Vernünftiges zu bewirken. Das hat ihn am Ende weniger zufrieden gestellt als sein Wirken als Chronist. Und mit Letzterem hat er sich in der Stadt auch verewigt.

drucken nach oben

Termine & Veranstaltungen

Sa 25.05.2013 | 19.00
Dreifaltigkeitsmesse in der Spitalkirche   ...mehr
So 26.05.2013 | 17.00
"Avete Maria und Jesus"   ...mehr
So 02.06.2013
"Tag der offenen Tür" des Maschinen- und Betriebshilfsring Vilsbiburg   ...mehr
Gathered data!