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Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://https://www.vilsbiburg.de

Aktuelle Bekanntmachungen

Text: Vilsbiburger Zeitung, 27.07.2018. Foto: Stefan Schütze

Pädagogen dringend gesucht

Nach dem Essen und den Hausaufgaben können die Hort-Kinder miteinander spielen.

Für eine neue Hortgruppe fehlt das Personal: Stadt muss Interessenten vertrösten

Gestern hat eine Reihe von Familien einen Brief der Stadt erhalten, der vermutlich wenig Freude ausgelöst  im kommenden Schuljahr den beantragten Platz im Kinderhort Sankt Johannes nicht anbieten kann. Der Grund: Die Stadt hat bis jetzt kein Personal für die neue, zusätzliche Hortgruppe gefunden.

 

Wie Bürgermeister Helmut Haider im VZ-Gespräch erläuterte, war die Zahl der Hortkinder in Vilsbiburg über viele Jahre konstant: Zwischen 35 und 45 Kinder besuchten die seit 1992 bestehende Einrichtung, in der Schulkinder am Nachmittag bis 17.30 Uhr – am Freitag bis 16.30 Uhr – betreut werden. Die Kinder erhalten dort zu Essen und machen unter Aufsicht der Erzieherinnen auch ihre Hausaufgaben.

 

Steigerung um 100 Prozent

 

Seit 2017 verzeichnet die Nachfrage nach Hortplätzen einen auf den ersten Blick schwer zu erklärenden Zuwachs. Benötigte die Stadt in diesem Schuljahr 70 Hortplätze, haben sich für das Schuljahr 2018/19 aktuell 90 Kinder angemeldet. Das ist eine Steigerung um 100 Prozent in nur zwei Jahren. Noch nicht mitgerechnet sind dabei Anfragen aus Nachbargemeinden, in denen Familien einen Gastschulantrag stellen wollten, um einen Hortplatz zu bekommen: „Diesen Eltern konnten wir von vorneherein keine Hoffnungen machen“, erklärte Andrea Soller, die im Rathaus unter anderem für die Kinderbetreuung zuständig ist.

Um diesen Ansturm bewältigen zu können, musste die Stadt gleich mehrere Probleme lösen. So standen im Frühjahr, als die überraschend hohen Anmeldezahlen bekannt wurden, zunächst auch nicht genügend Räume zur Verfügung. Zwar hat die Stadt ein Konzept, das ab dem Schuljahr 2020/21 greift (siehe "Der Kinderhort Sankt Johannes"), bis dahin musste aber für ein Schuljahr eine provisorische Übergangslösung gefunden werden, die man mittlerweile in der sanierten Mittelschule gefunden hatte. Räume sind aber nur ein Teil des Problems, eine qualifizierte pädagogische Betreuung der andere. Und an diesem Punkt sucht die Stadt seit April vergeblich – obwohl man immer wieder neue Anläufe auf allen Kanälen unternommen hat, passende Mitarbeiter zu finden. „Grundsätzlich sind ausgebildete Erzieherinnen derzeit Mangelware“, erklärte Hauptamtsleiter Sebastian Stelzer. Neben der Stadt Vilsbiburg waren zum Beispiel bei den Stellenanzeigen in der Vilsbiburger Zeitung am vergangenen Samstag sieben weitere Anzeigen von Kommunen oder sozialen Trägern zu finden, die eine oder mehrere Erzieherinnen suchten. Und erfahrungsgemäß sind die nachmittäglichen Arbeitszeiten in einem Hort für viele Frauen weniger attraktiv als die Arbeit in einer Krippe oder einem Kindergarten: „Das ist nicht die bevorzugte Arbeitszeit“, sagte Andrea Soller.

 

Vormerkliste bleibt bestehen

 

Fakt ist aber: Aktuell fehlt für die neue Hortgruppe das Personal. Die Stadt suche weiter intensiv danach, heißt es in dem Schreiben: „Sobald wir in der Lage sind, Ihr Kind pädagogisch gut zu betreuen, werden wir uns sofort bei Ihnen melden, Ihren aktuellen Bedarf abfragen und die benötigte Gruppe eröffnen.“ Die Vormerkliste bleibe auf jeden Fall bestehen, erklärte Soller. Alternativ könne das Kreisjugendamt eine Liste mit Tagesmüttern anbieten. Die Stadt bietet außerdem eine Mittagsbetreuung an, in der die Kinder von Schulende bis 14.30 Uhr beaufsichtigt werden – allerdings ohne Hausaufgabenbetreuung.

Es sei ihr durchaus bewusst, dass diese Nachricht für viele Eltern ein echtes Problem darstelle, sagte Soller, aber die Stadt könne dieses Angebot nicht machen, wenn die Betreuung nicht sichergestellt sei: „Wir suchen mit Nachdruck weiter.“

Als Konsequenz aus dieser Situation wird die Stadt bereits im September nachfragen, welche Eltern ein Jahr später einen Hortplatz in Anspruch nehmen wollen, um die Vorlaufzeit etwas zu verlängern. Denn im Rathaus ist man mittlerweile nicht mehr sicher, ob die Nachfrage nicht noch weiter steigt.

 

Der Kinderhort Sankt Johannes

 

Da war die Stadt Vilsbiburg vielen vergleichbaren Kommunen weit voraus: Seit 1992 gibt es hier für berufstätige Mütter das Angebot eines Kinderhorts: Die Kinder kommen nach der Schule in den Hort, essen dort gemeinsam zu Mittag und machen anschließend ihre Hausaufgaben, unterstützt von den Pädagogen im Hort. Danach ist Zeit für freies Spiel, wobei den Kindern auch sportliche oder kreative Freizeitangebote gemacht werden.

Bis Herbst 2017 besuchten kontinuierlich zwischen 35 und 45 Kinder den Hort, der mal ein-, dann wieder zweigruppig war. Aufgrund von deutlich gestiegenen Anmeldezahlen wurde 2017 eine dritte Gruppe eröffnet, die aber mittlerweile wieder nicht mehr ausreicht. Im Rathaus vermutet man, dass junge Eltern, deren Kinder schon früh eine Krippe besucht haben, dieses Betreuungsangebot auch für ihre Schulkinder stärker nachsuchen als die Familien in früheren Jahren.

In den momentan drei Hortgruppen arbeiten acht pädagogische Mitarbeiter sowie drei Personen für Küche, Reinigung und Hausmeisterarbeiten. Für die vierte Gruppe werden weitere drei Pädagogen gesucht. Um die Raumsituation zu entspannen, ist geplant, im Herbst 2019 mit dem Auszug des Kindergartens in den Neubau am Burger Feld das St. Johanneshaus komplett für den Hortbetrieb umzugestalten. Bis dahin gibt es Ausweichräume in der Mittelschule.

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