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Text, Fotos: Vilsbiburger Zeitung, 28.07.2018.

Ehrenbürger 2018 - Peter Bruckmayer

Im Rahmen eines Festakts im Sitzungssaal des Stadtrats wurde Peter Bruckmayer am Donnerstagabend die Ehrenbürgerwürde verliehen...

Respekt vor einem großen Lebenswerk

Festakt im Stadtrat: Peter Bruckmayer zum Ehrenbürger ernannt

Vilsbiburg. In Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um den Wirtschaftsstandort Vilsbiburg und seiner großzügigen Fördertätigkeit im Sport, in den Schulen oder im Denkmalschutz hat der Stadtrat Peter Bruckmayer das Ehrenbürgerrecht verliehen. Am Donnerstagabend wurde ihm bei einem Festakt im Sitzungssaal die Urkunde ausgehändigt. „Sie sind ein Unternehmer im positivsten Sinne, der sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist“, sagte Bürgermeister Helmut Haider: „Vilsbiburg und die gesamte Region ist stolz auf Sie.“ Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von dem Trio „Kir Royal“.

 

Neben seiner Willensstärke, wie es Haider formulierte, zeichnet Peter Bruckmayer vor allem eine hohe Authentizität aus: Der Mann sagt, was er denkt, und er meint es auch so. Und weil er ein positiv denkender Mensch ist, ist im Lauf seines Lebens ziemlich viel Gutes dabei herausgekommen.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Bürgermeister Helmut Haider (rechts) würdigte die Lebensleistung von Peter Bruckmayer und dankte ihm für seinen Einsatz.„Den Namen Peter Bruckmayer verbindet man unweigerlich mit der Firma Flottweg, deren Geschicke gerade von ihm perfekt geleitet wurden“, sagte der Bürgermeister. Unter seiner Führung entwickelte sich Flottweg zu einem weltweit agierenden Unternehmen. Im Bereich Dekanter/Separatoren gehört die Flottweg SE zu den drei größten Anbietern weltweit. „Man kann sagen: die besten Dekanter kommen aus Vilsbiburg“, sagte Haider.

 

Der Bürgermeister zeichnete in seiner Laudatio den unternehmerischen Weg nach, auf dem Bruckmayer das Familienunternehmen zu seiner heutigen Größe geführt hat. Denn 1978, als der 35-jährige Sohn des Gründers in die Firma einstieg, stellten 80 Mitarbeiter pro Jahr 80 Maschinen her; der Umsatz betrug 20 Millionen D-Mark. Heute beschäftigt Flottweg weltweit 900 Mitarbeiter, und der aktuelle Auftragseingang umfasst 240 Millionen Euro.

 

Dass es bei Flottweg nach wie vor familiär zugeht, hat sicher auch mit der Unternehmensphilosophie von Peter Bruckmayer zu tun. In den ersten Jahren sei es ihm ein großes Anliegen gewesen, erzählte er später in seiner Dankesrede, seine Leute vom Arbeiter zum Mitarbeiter zu befördern – das heißt, ihnen auch Verantwortung zu übertragen. Sein zweites Credo lautet, die Belegschaft immer umfänglich zu informieren: „Mitarbeiter sollen Beteiligte sein, keine Betroffenen“, sagte er.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Peter und Hildegard Bruckmayer, die beiden Söhne und die Wegbegleiter.Zurück zur Eigenständigkeit

 

Das war auch so, als Flottweg verkauft werden sollte, nachdem der Mutterkonzern Mannesmann in der bis heute teuersten Übernahme der Welt vom britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone übernommen worden war und aufgelöst wurde. „Immer wenn im Werk wieder aufgeräumt werden musste, wusste die Belegschaft: Es ist wieder so weit, Interessenten besichtigen uns“, erinnerte Haider an die Zeit zwischen 2000 und 2002 – und die anwesenden Flottwegler nickten zustimmend.

 

Aber die Belegschaft habe auch um die Verlässlichkeit ihres Chefs gewusst, der etwa einen von Siemens geplanten Verkauf nach Italien mit seiner Sperr-Minorität verhindern konnte. 2002 schließlich hatte Bruckmayer unter Mitwirkung des gesamten Managements das nötige Geld für einen Rückkauf in die Eigenständigkeit beieinander. Das Management-Buy-out (MBO) bezeichnete Haider als Bruckmayers Meisterleistung, denn kein Mitarbeiter habe in dieser kritischen Zeit die Firma verlassen: „Alle fühlten sich bei Herrn Bruckmayer in sicheren Händen. Es war ein klares Bekenntnis zum Unternehmen und aber vor allem zu ihm persönlich.“

 

In den folgenden Jahren blühte die Firma richtiggehend auf. Schon vier Jahre später konnte Flottweg die fremdfinanzierten Anteile zurückkaufen. Aus diesen Erfahrungen heraus überzeugte Bruckmayer seine Miteigner, die Anteile der Firma auf drei Stiftungen zu übertragen. „Der Zweck dieser Aufteilung ist der Erhalt und der Ausbau von Arbeitsplätzen am Standort Vilsbiburg“, sagte Haider. Eine Übernahme durch andere Konzerne sei somit nicht möglich. Auch eventuelle Unstimmigkeiten in den Familien der Anteilseigner können somit überwunden werden. Bruckmayer habe damit ein großartiges Lebenswerk geschaffen, das größten Respekt und Hochachtung verdiene.

 

Die Bruckmayer-Stiftung

 

Doch der neue Ehrenbürger zeigt sich auch außerhalb von Flottweg als generöser Mitbürger. Mit den Mitteln der Bruckmayer-Stiftung unterstützt er nicht nur die Kinderund Jugendarbeit vieler Sportvereine in und um Vilsbiburg, auch die Einrichtung und der Unterhalt des Volleyball-Internats war und ist ein Anliegen von Peter Bruckmayer.

 

Die Stiftung fördert besondere Projekte in vielen Kindergärten und Schulen in Vilsbiburg und darüber hinaus. Auch das Förderzentrum Bonbruck oder die Lebenshilfe Landshut werden bedacht. Sie vergibt Stipendien an Studenten der Fachhochschule Landshut und unterstützt das MINT-Projekt der FH.

 

Die Familie Bruckmayer engagiert sich seit Jahren im Denkmalschutz, was auch in der Restaurierung alter Häuser in Vilsbiburg – das Café Konrad und neuerdings das Haus, in dem die Bottega del Gusto untergebracht ist – zeige. Auch bei der Restaurierung von verschiedenen Kirchen hat die Bruckmayer-Stiftung immer wieder geholfen.

 

Bild links oben

Im Rahmen eines Festakts im Sitzungssaal des Stadtrats wurde Peter Bruckmayer am Donnerstagabend die Ehrenbürgerwürde verliehen. Bürgermeister Helmut Haider (rechts) hielt die Laudatio und überreichte die dazugehörige Urkunde.

Bild links unten

Bürgermeister Helmut Haider (rechts) würdigte die Lebensleistung von Peter
Bruckmayer und dankte ihm für seinen Einsatz.

Bild rechts

Peter und Hildegard Bruckmayer, die beiden Söhne und die Wegbegleiter.

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