Text, Fotos: Vilsbiburger Zeitung, 07.12.2019

Träger der Bürgermedaille 2019 - Valter Giacomini

Träger der Bürgermedaille 2019 -  Valter Giacomini

Valter Giacomini (rechts) mit Bürgermeister Helmut Haider.

Der Partnerschafts-Kümmerer

Festsitzung des Stadtrats: Bürgermedaille an Valter Giacomini verliehen

Vilsbiburg. „Als ich das erste Mal in Vilsbiburg war, stand ich auf einer Bühne und musste die Reden von zwei Bürgermeistern und anderen Ehrengästen simultan übersetzen. Ich habe geschwitzt“, erinnerte sich Valter Giacomini, nachdem ihm am Donnerstagabend die Bürgermedaille der Stadt Vilsbiburg verliehen worden war. Vier Jahre später wurde der Dolmetscher Partnerschaftsbeauftragter für die Stadt Buja und jetzt sagte er: „Ich bin ein Vilsbiburger“.

 

Der Festakt, von dem Valter Giacomini sprach, fand im Jahr 2001 statt. Dabei wurde die Städtepartnerschaft mit der italienischen Stadt Buja offiziell begründet. Valter Giacomini, der viele Jahre im Schwarzwald lebte und arbeitete, war seit dieser Partnerschaftsgründung aktiv dabei, zunächst als Dolmetscher und Kümmerer, ab 2005 als offizieller Partnerschaftsbeauftragter.

 

Viele gegenseitige BesucheGrossansicht in neuem Fenster: Träger der Bürgermedaille 2019 -  Valter Giacomini - Urkunde und Medaille

 

„Ein Kümmerer ist eine Person, die sich um alles kümmert, als Ansprechpartner zur Verfügung steht, als Begleitung dabei ist, vieles organisiert und so wie im Fall von Valter auch noch als Dolmetscher eingesetzt wird“, sagte Bürgermeister Helmut Haider in seiner Laudatio.

 

Da sei in den vergangenen 18 Jahren der Partnerschaft einiges zu tun gewesen. Zusammen mit Franz Grötzinger und mittlerweile Josef Sterr auf der Vilsbiburger Seite, habe Valter Giacomini viele gegenseitige Besuche begleitet und organisiert: „Offizielle Besuche zu Feierlichkeiten wie den Gedenktagen zu 30 und 40 Jahren Erdbeben im Friaul, 75 Jahre Stadt Vilsbiburg, fünf und zehn Jahre Partnerschaft.“ Aber auch Vereine und Schulklassen belebten die Partnerschaft, sowie die beliebten Besuche von Festen in den jeweiligen Partnerstädten – das Stierfest in Buja oder Volksfest und Stadtfest in Vilsbiburg: „Ich kann mich an kein Volksfest oder Stadtfest erinnern, bei dem wir nicht Besuch aus Buja hatten“, sagte Haider.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Neue Klänge aus der städtischen Musikschule: Pianistin Tamara Borbas und Trompeter Simon Winbeck.

Es gab auch sportliche Treffen. Die Radsportler aus Vilsbiburg fuhren mit den Rennrädern über die Alpen nach Buja, um sich mit dem dortigen Radsportclub zu treffen, Fußballer und Volleyballer nahmen an Turnieren in der jeweiligen Partnerstadt teil. „Ein besonderes Ereignis war das kulinarische Treffen in der Vilstalhalle, initiiert von der Familie Goi.“

 

Bei vielen dieser gegenseitigen Besuche sei Valter Giacomini Ansprechpartner für die Menschen sowohl in Buja als auch in Vilsbiburg gewesen und habe die Beteiligten beraten und betreut. Durch seine sehr guten Sprachkenntnisse – er spricht und denkt sowohl italienisch als auch deutsch – sei er ein wertvoller Helfer bei der gegenseitigen Verständigung, bei Telefonaten oder dem Übersetzen diverser Schriftstücke geworden. Dafür habe Giacomini viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit aufgewendet: „Der Fortbestand der Städtepartnerschaft ist zu einem großen Teil Valter Giacomini zu verdanken, da ihm eine lebendige Partnerschaft sehr am Herzen liegt“, sagte der Bürgermeister in der Laudatio.

 

Große Verdienste um die Partnerschaft erworben

 

„Die Bürgermedaille wird nur an Persönlichkeiten verliehen, die sich um eine bestimmte Sache oder um die Stadt besonders verdient gemacht haben“, fuhr Haider fort. „Valter Giacomini zählt zu diesen Persönlichkeiten.“ Der Stadtrat verlieh ihm deshalb einstimmig die Medaille „in dankbarer Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Städtepartnerschaft zwischen Buja und Vilsbiburg“, auch wenn sich nur eine beschämend kleine Zahl von Stadträten für die Festsitzung im Rathaus Zeit nahm.

 

Valter Giacomini nahm die Medaille und die Urkunde sichtlich gerührt entgegen. In seinen Dankesworten sagte er, dass er bei seinen zahlreichen offiziellen und inoffiziellen Besuchen in Vilsbiburg Freunde gefunden habe, die er immer wieder gerne besuche. „Wäre mir John F. Kennedy nicht zuvorgekommen, würde ich heute gerne sagen: „Ich bin ein Vilsbiburger.“

 

Buja & Vilsbiburg

Vilsbiburg. Ausgangspunkt für die Städtepartnerschaft zwischen Vilsbiburg und Buja war eine ab 1997 angestellte Forschung des Heimatvereins für die Sonderausstellung „Ziegelpatscher und Ziegelbrenner im Vilsbiburger Land.“ Mitglieder des Heimatvereins fuhren damals im Zuge der Feldforschung nach Buja und sprachen dort mit den Nachkommen der „Fornaciai“. Nach ersten Kontakten in Buja zogen diese Gespräche engere Beziehungen nach sich.

Beim Besuch einer größeren Reisegruppe aus Vilsbiburg im Spätherbst 1999 in Buja und dem anschließenden Gegenbesuch einer Delegation aus Buja in Vilsbiburg wurde die Idee der Städtepartnerschaft geboren, die im Mai 2001 mit einem Festakt in Vilsbiburg und im April 2002 in Buja begründet wurde. Unser Bild zeigt das nach dem Erdbeben massiv gebaute neue Rathaus in Buja.

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